|  | |
Ditzingen, 26. April 2006.- 50 Jahre bei ein und demselben Arbeitgeber? – Das spricht für eine solide Berufswahl, ein gutes Arbeitsklima und für einen fleißigen Menschen. Ein solcher ist der Gerlinger Dieter Schweizer. Nach 50 Berufsjahren ging der Versuchsleiter von TRUMPF in Ditzingen im April mit 64 in den Ruhestand. Der gestandene Schwabe begleitete im Lauf der Jahrzehnte das Unternehmen an die Weltspitze des Werkzeugmaschinenbaus. Am Prototyp praktisch jeder Maschine, die auf dem Weg dahin ein Meilenstein war, arbeitete er mit – von der ersten numerisch gesteuerten Stanzmaschine bis zu Lasermaschinen modernster Bauart. Die Arbeitswelt veränderte sich. Gültig blieb sein Motto: Es gibt nichts was nicht geht. |
|
|  | |
1956 nahmen fünf Lehrlinge bei TRUMPF in Stuttgart-Weilimdorf ihre Lehre auf, einer davon der angehende Mechaniker Dieter Schweizer. Nach der Ausbildung arbeitete er als Dreher, ab 1963 im Versuch, ab 1966 als Monteur. 1981 wurde er Meister in der Versuchsmontage und 1988 Leiter des Versuchs. Die Stichworte beschreiben nur unzureichend das halbe Jahrhundert Berufsleben. 11.000 Mal Arbeitsbeginn um 6 Uhr – auch das steht dafür. "Ich war immer ein Frühaufsteher", sagt er. |
|
|  | |
Was war anders vor 50 Jahren? – In seiner ruhigen Art antwortet der "echte Gerlinger" nach kurzem Überlegen mit einem Augenzwinkern: "Der Verdienst. Umgerechnet etwas über 30 Euro im Monat verdiente ich anfangs. Ein Glas Bier hätte 40 Cent gekostet. Und wer damals ins Arbeitsleben eintrat, ging selbstverständlich davon aus, bei 48 Wochenarbeitsstunden bis Mitte 60 arbeiten zu müssen. Und jeder zweite Samstag war ein ganz normaler Arbeitstag." |
|
|  | |
Wie hat sich die Arbeit im Versuch verändert? "Schneller ist alles geworden. Entwicklungszeiten der Maschinen sind kürzer – und entsprechend deren Durchlauf im Versuch. Heute liegt die Herstellung von Prototypenteilen in den Händen der Fertigung. Früher mussten wir alle Teile im Versuch selbst herstellen. Und kaum vorstellbar ist, dass an einem Bauteil die nötige Präzision durch Nachfeilen von Hand erreicht werden musste." |
|
|  | |
Längst arbeitet der Versuch in Ditzingen über den Standort hinaus mit anderen TRUMPF Entwicklungsabteilungen insbesondere in Sachsen und in der Schweiz zusammen. "Entfernung ist kein Problem mit heutigen Kommunikationsmitteln. Da hat sich viel in den Abläufen verändert", vergleicht Schweizer mit früher. "Von wegen 'Ich mail die Zeichnung' – das ging damals nicht. Da wartete man eine Woche auf die Post mit der benötigten Blaupause." |
|
|  | |
Wie behält man 50 Jahre lang die Freude an der Arbeit? "Das ist ganz leicht, wenn sie immer wieder Abwechslung und Herausforderung bringt", verrät Schweizer sein Rezept. Im Ruhestand werden seine Familie, sein Singkreis, der Garten und Sport keine Langeweile bei ihm aufkommen lassen. |
|
 |
 |
Professor Berthold Leibinger gratuliert Dieter Schweizer. |
|
|  | (V.l.n.r.) Nach 50 Arbeitsjahren bei TRUMPF ging Dieter Schweizer in den Ruhestand. Beim Schritt in diesen neuen Lebensabschnitt begleiteten ihn u.a. seine Frau und Professor Berthold Leibinger, Aufsichtsratsvorsitzender des Ditzinger Unternehmens. |
|
|
 |
 |
Im Jahr 1973 |
|
|  | Dieter Schweizer (links) 1973 bei einer Maschinenvorführung in Ditzingen. |
|
|
 |
 |
Im Jahr 1975 |
|
|  | Dieter Schweizer (links) 1975 auf einer Maschinenbau-Messe in Paris. |
|
|
|  | |
TRUMPF GmbH + Co. KG (www.trumpf.com)
Die TRUMPF Gruppe zählt mit einem Umsatz von 1,40 Milliarden € (Geschäftsjahr 2004/05) und rund 6.100 Mitarbeitern zu den weltweit führenden Unternehmen in der Fertigungstechnik. Unter dem Dach einer Holding sind die drei Geschäftsbereiche – Werkzeugmaschinen/Elektrowerkzeuge, Lasertechnik/Elektronik und Medizintechnik – zusammengefasst. Kerngeschäft sind Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung zum Stanzen und Umformen, für die Laserbearbeitung und zum Biegen. Im Bereich industrieller Laser und Lasersysteme ist das Unternehmen mit Stammsitz in Ditzingen nahe Stuttgart Technologie- und Weltmarktführer. Mit über 45 Tochtergesellschaften und Niederlassungen ist die Gruppe in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Asien vertreten. Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, Frankreich, Österreich, in der Schweiz, in China, Taiwan und in den USA.
|
|