Ministerin von der Leyen diskutiert mit erfolgreichen Unternehmerinnen

Stuttgart, 10. Mai 2007 - Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen diskutierte in Ditzingen mit TRUMPF Chefin Nicola Leibinger-Kammüller und anderen weiblichen Führungskräften über das Thema „Spitzenleistung in Familie und Beruf – Anspruch oder Widerspruch?“ Eingeladen hatten die amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) und die TRUMPF Gruppe.

Die aktuelle Diskussion um flächendeckende Kinderbetreuung, Elternteilzeit, Vätermonate und sinkende Geburtenraten gab den Anlass für die Veranstaltung. Was muss getan werden, um Frauen nicht vor die Entscheidung Kind oder Karriere zu stellen? Wie haben es manche geschafft beides erfolgreich zu vereinbaren? Wie ist die Situation in den USA? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussion. Das Gespräch führten Nicola Leibinger-Kammüller, Christine Bechtle-Kobarg, Verlegerin der Esslinger Zeitung, und Claudia Diem, Vorstandsmitglied der Baden-Württembergischen Bank, mit Ursula von der Leyen.

Die Runde war sich einig, dass noch Handlungsbedarf besteht, damit sich diese Entscheidungsfrage zukünftig gar nicht mehr stellt. Um das zu erreichen, müssen jedoch alle Teile der Gesellschaft zusammenarbeiten und in manchen Punkten auch umdenken und den Stellenwert von Familie und Beruf neu bewerten.

„In meiner Zeit in den USA habe ich erfahren, dass die Amerikaner entspannter und erfolgreicher mit dem Thema Beruf und Familie umgehen. Dort sind 40 Prozent aller Beschäftigten Frauen. Jeder fünfte Manager ist eine Managerin“, sagte TRUMPF Geschäftsführer Peter Leibinger in seiner Begrüßungsrede vor rund 250 Gästen am Ditzinger Firmensitz. „Gleichzeitig ist die Geburtenrate doppelt so hoch wie in Deutschland. In Deutschland ist gerade einmal jede zehnte Führungskraft weiblich.“

Die Familienministerin setzt sich dafür ein, unsere Auffassungen grundlegend zu hinterfragen: „In Ländern wie den USA oder Skandinavien werden Frauen und Männer, die Kinder erziehen, von den Unternehmen als hoch motivierte und sehr effiziente Arbeitskräfte umworben. Dort hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass Familie nicht behindert, sondern den Rücken stärkt, dass sich Kinder und Spitzenleistungen im Beruf nicht ausschließen. Zu dieser positiven Grundhaltung müssen wir auch in Deutschland kommen. Voraussetzung hierfür ist, dass wir es Frauen und Männern leichter machen, Familie und Beruf zu verbinden. Nur so werden sie ihre Potenziale frei entfalten können. Immer mehr Betriebe erkennen auch hierzulande, dass ein zukunftsfähiges Unternehmen eine familienbewusste Personalpolitik betreiben muss.“

Auch aus Sicht von Peter Leibinger haben wir in Deutschland Nachholbedarf in punkto Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seiner Meinung nach ist vor allem die Haltung der Gesellschaft gegenüber Kindern entscheidend, nicht so sehr die Infrastruktur. Auch müssten sich die Unternehmen stärker um die gut ausgebildeten jungen Frauen bemühen. Ziel sei es, sie langfristig an das Unternehmen zu binden. Gleichzeitig plädierte er für eine ehrlichere und tolerantere Diskussion des Themas in der Öffentlichkeit. Frauen, die den schwierigen Kompromiss vermeiden, Mutter und Manager gleichzeitig zu sein, und sich für eines von beiden entscheiden, werden häufig vom jeweils anderen Lager stigmatisiert. Dies sei töricht, so Leibinger.

 

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