Luft- und Raumfahrt: Auf Wachstum programmiert

Joining Technologies expandiert mit Lasertechnik, denn Scheibenlaser leisten mehr als Elektronenstrahlen. Der US-amerikanische Job-Shop erschließt sich so neue Märkte.

Dave Hudson, President von Joining Technologies
Dave Hudson, President von Joining Technologies

„Wir haben ambitionierte Wachstumspläne für die kommenden 12 bis 24 Monate." Es ist bald zwei Jahre her, dass Michael Francoeur, Geschäftsführer von Joining Technologies, über die Zukunft seines Unternehmens laut nachdachte - eines Job-Shops und Zulieferbetriebs mit Sitz in East Granby in Connecticut, USA. Zertifiziert nach ISO und AS 9100 und auf das Präzisionsschweißen von Miniatur- und Mikroteilen spezialisiert, setzte sich Joining Technologies das Ziel, mit Instandsetzungsaufträgen aus der Luft- und Raumfahrt einen neuen Markt zu erschließen. Heute sind diese Pläne in die Tat umgesetzt. Der Schlüssel zum Erfolg: die Inbetriebnahme eines 2 kW-Scheibenlasers.

Der richtige Laser hilft beim Abheben

TRUMPF Scheibenlaser
TRUMPF Scheibenlaser

„Wir haben den TRUMPF Scheibenlaser HLD 2002 gekauft, weil wir das Neueste in der Lasertechnologie haben wollten", sagt Dave Hudson, President von Joining Technologies mit über 20 Jahren Expertise in der Fertigungstechnik. „Dieser Laser ist wie für uns gemacht." Im Werk in East Granby sind derzeit zwei Arbeitsstationen an den Scheibenlaser angebunden. Eine davon ist für Instandsetzungsaufträge aus der Luft- und Raumfahrt bestimmt. „Wir nutzen den Scheibenlaser zusammen mit einem speziellen System für die drahtbasierte Oberflächenaufbereitung von Luftfahrtkomponenten", erläutert Hudson.

Gehäuse für Druckschalter
Gehäuse für Druckschalter vor dem Präzisionsschweißen

„Der Laser hat es uns ermöglicht, wie geplant in den Markt für Instandsetzungen und Reparaturen einzusteigen." Der Scheibenlaser bietet den Spezialisten von Joining Technologies ganz neue Perspektiven: Sie experimentieren mit Luftfahrtkomponenten aus Hochleistungslegierungen wie Titan, Waspaloy und Inconel. Hauptsächlich für Forschungs- und Entwicklungszwecke im Auftrag von Flugzeugbauern und -zulieferern wie Boeing oder Pratt & Whitney hat das Unternehmen knapp 420 Quadratmeter zusätzlichen Platz geschaffen. „Neue Triebwerksteile sind in der Luft- und Raumfahrt extrem teuer", erläutert Hudson. „Die Fluglinien bemühen sich ständig, die Kosten zu reduzieren, deshalb ist dies ein wichtiger Markt für uns."

Neue Stärken für neue Märkte

Ein großes Plus für Joining Technologies: „Es hebt uns stark von anderen Zulieferbetrieben ab, dass wir über eine so hoch entwickelte Lasertechnologie verfügen." Der neue Scheibenlaser, der auch eine Vierachsarbeitsstation mit Laserlicht versorgt, ermöglicht tiefe Einschweißungen, die sonst eine Elektronenstrahl-Schweißanlage erledigen müsste - ein Prozess, der länger dauert und teurer ist. Mehr noch: „Der Scheibenlaser ist viermal leistungsfähiger als unser stärkster gepulster Nd:YAG-Laser", sagt Hudson. „Wir können also tiefer einschweißen und das bei kleineren wärmebeeinflussten Zonen. Mit dem Scheibenlaser können wir also auch Laserschweißarbeiten für Medizintechnik und Sensorik durchführen, genauso wie für beliebige Branchen, die präzise Schweißarbeiten an kleinen, empfindlichen Bauteilen durchführen."

Zusammengefasst erlauben die Vorteile des Scheibenlasers, so Hudson, ein breiteres Spektrum an Aufträgen abzudecken - und das sehr wettbewerbsfähig. „Der Einsatz des Scheibenlasers vergrößert den Überlapp zwischen dem Elektronenstrahl- und dem Laserschweißen mit gepulsten Lasern. Er erlaubt mehr Energieeffizienz, bessere Qualität und geringere Arbeitskosten. Das alles sind wichtige Bestandteile unserer Strategie", so Hudson. Zu dieser Strategie gehören neben dem Engagement für neue, aufkommende Technologien auch strategische Partnerschaften. „Wir betrachten TRUMPF als wichtigen Partner", betont Hudson. „Unser Bestreben ist es, auch über bestehende Grenzen in der Fügetechnik hinaus kreative Lösungen zu finden."

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