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16.10.2017 / Catharina Daum

„Wenn es einfach ist, machen es die anderen“

U we Arnold fertigt in seinem Betrieb komplexe Metallobjekte international bekannter Künstler mit derselben Leidenschaft und Kreativität wie Gehäuse für Industriekunden. Zwei Kompetenzen, die sich — wie er sagt — optimal ergänzen.
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Uwe Arnold findet gerne Lösungen für scheinbar unmögliche Aufgaben.

Bild: Bernd Liebl

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Uwe Arnold findet gerne Lösungen für scheinbar unmögliche Aufgaben.

Bild: Bernd Liebl

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Herr Arnold, Ihr Unternehmen hat sich mit der Fertigung von Objekten bekannter Künstler einen Namen gemacht. Wie kam es dazu?

Wir sind seit der Firmengründung vor jetzt genau 90 Jahren darauf spezialisiert, Aufgaben zu lösen, die eine hochwertige Metallverarbeitung erfordern. Anfang der 1960er-Jahre haben wir damit begonnen, Entwürfe von Künstlern umzusetzen. Ich denke, es ist eine der Stärken des deutschen Mittelstands, sich immer wieder auf Nischen zu konzentrieren und sich dort gut zu entwickeln. Bei uns war es die Kunst. Unsere Kompetenz hat sich schnell herumgesprochen. Heute arbeiten wir mit internationalen Künstlern, wie beispielsweise Jeff Koons, Kazuo Katase oder Claus Bury, zusammen. Der Bereich Kunst hat einen 30-prozentigen Anteil an unserem Gesamtgeschäft.

Worin unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit Künstlern von der mit Projekt- oder Industriekunden?

In der praktischen Abwicklung eines Auftrags gar nicht. Bei allen Kunden ist uns der persönliche Dialog wichtig, der für die bestmögliche Lösung einer Aufgabe unerlässlich ist. Es entspricht nicht unserem Selbstverständnis, anonym Angebote zu präsentieren. Wir möchten mit unseren Auftraggebern in Interaktion treten und genau verstehen, was sie wollen.

Dazu ist es wichtig, besser zuzuhören als der Wettbewerb. Und ganz egal, ob wir mit einem Künstler, einem Architekten oder einem Industriekunden zusammenarbeiten: Wir gehen unvoreingenommen an die unterschiedlichen Aufgaben heran und schneidern Lösungen nach Maß. Je schwieriger die Aufgabenstellung ist, desto spannender ist sie für uns. Schon mein Großvater sagte immer: „Geht nicht gibt’s nicht!“ Heute lautet unser Leitspruch: „Wenn es einfach ist, machen es die anderen.“ Lösungen zu finden, die andere als unmöglich eingestuft haben, das ist unsere Stärke.

„Je schwieriger die Aufgabenstellung ist, desto spannender ist sie für uns“

Worin besteht dann der besondere Reiz bei der Zusammenarbeit mit Künstlern?

Ein Künstler hat im Allgemeinen den Anspruch, etwas für die Ewigkeit zu schaffen. Das kommt unserem Streben nach Werthaltigkeit und Langlebigkeit entgegen. Wir können nicht „billig“ denken und bauen. Das eint uns im Geiste. Spannend ist auch, dass wir im Bereich Kunst mit Menschen verschiedenster Herkunft und Geschichte zusammenarbeiten. Als deutsche Ingenieure mussten wir erst lernen, uns nicht nur auf unser technisches Wissen zu verlassen, sondern auf die vielfältigen Charaktere und deren Ansprüche einzugehen. Das ist manchmal schwieriger, als die richtige technische Lösung für eine Aufgabenstellung zu finden.

Und wie läuft ein Kunstprojekt in der Regel ab?

Meist kommen die Künstler mit einer Idee, mit Zeichnungen, Skizzen oder einem Modell. Die wenigsten sind in der Metallverarbeitung bewandert und daher auch nicht auf ein bestimmtes Material festgelegt. Unsere Aufgabe ist zunächst die Beratung. Wir versuchen zu ergründen, worauf es dem Künstler ankommt, also beispielsweise die Oberflächenbeschaffenheit, die Farbe oder bestimmte Details. Basierend darauf erstellen wir eine Machbarkeitsstudie, in der wir auf zu erwartende Schwierigkeiten hinweisen. Dann machen wir Vorschläge zur Umsetzung und nennen feste Preise und Termine.

Das klingt jetzt wieder wie ein ganz normales Geschäft mit einem Industriekunden?

Stimmt. Wir versuchen, unsere Projektmanagementkompetenz auf die Kunstwelt zu projizieren. Hier steht meist die Idee im Fokus und nicht praktische Überlegungen wie Termine und Preise. Ziel unserer Vorgespräche ist es, herauszufinden, wo Schwierigkeiten in der Ausführung liegen könnten, und diese auch preislich zu bewerten. Wenn wir eine Sache falsch einschätzen, ist das unser Problem.

Ist es, wenn Sie sich so viel mit so schönen Dingen wie Kunst und Architektur beschäftigen, nicht oft schwierig, der Fertigung von Gehäusen oder Blechen noch etwas abzugewinnen?

Nein, gar nicht! Das ist immer noch unser Kerngeschäft, dem wir uns mit der gleichen Leidenschaft und Kreativität widmen wie unseren Kunst- und Architekturprojekten. Im Grunde profitieren alle Geschäftsbereiche voneinander. So wie wir mit Projektmanagement Ordnung in die Kunst bringen, so helfen uns die für komplexe Objekte unerlässliche Experimentierfreude und die Bereitschaft, auch mal nach dem Trial-and-Error-Prinzip zu arbeiten, bei der Umsetzung von Wünschen unserer Industriekunden. Wenn wir für ein Kunstobjekt das verzerrungsfreie Hochglanzpolieren von Edelstahl perfektionieren, lässt sich diese Wissenskompetenz immer auch auf andere Aufträge übertragen. Unsere Erfahrung aus dem Industriegeschäft, beispielsweise beim Laserschneiden mit unserer TruLaser 3030, ist auf der anderen Seite für die häufig hochpräzisen Arbeiten im Bereich Kunst und Architektur unerlässlich.

Aber spätestens wenn ein Kunstwerk Ihre Fertigung verlässt, ist es doch ein ganz besonderes Gefühl, etwas Schönes geschaffen zu haben?

Natürlich! Wenn die Objekte bei uns im Haus vom Künstler abgenommen werden, bedankt er sich bei den beteiligten Mitarbeitern. Diese persönliche Anerkennung haben sie sonst ganz selten. Und auch ich habe jedes Mal ein Gänsehautgefühl, wenn der Künstler seine Idee verwirklicht sieht und begeistert „wow“ sagt. Aber eigentlich macht mich jeder unserer Kunden stolz, der mit unserer Arbeit zufrieden ist.

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Statt im Wasser ist dieser Delfin im Museum anzutreffen.

Bild: Bernd Liebl

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Für die Kunstwerke geht der Lohnfertiger an die Grenzen des technisch Machbaren.

Bild: Bernd Liebl

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Das handwerkliche Know-how aus der Lohnfertigung nutzt Arnold auch im Kunstgeschäft.

Bild: Bernd Liebl

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Statt im Wasser ist dieser Delfin im Museum anzutreffen.

Bild: Bernd Liebl

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Für die Kunstwerke geht der Lohnfertiger an die Grenzen des technisch Machbaren.

Bild: Bernd Liebl

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Das handwerkliche Know-how aus der Lohnfertigung nutzt Arnold auch im Kunstgeschäft.

Bild: Bernd Liebl

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WER
WAS
WOMIT

Wer:

Arnold AG, Friedrichsdorf, Hessen, und Steinbach-Hallenberg, Thüringen. Gegründet 1924, 350 Mitarbeiter. www.arnold.de

Was:

Komplexe Baugruppen mit individuellen Anforderungen an Verarbeitung, Konstruktion und Logistik. Anspruchsvolle Elemente für Design- und Architekturprojekte sowie Umsetzung von Entwürfen internationaler Künstler.

Womit:

TruLaser 3030, 2 x TruMatic 6000, TruTool TKF 1500, Stopa-Hochregallager

16.10.2017
Catharina Daum TRUMPF Media Relations, Pressereferentin

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