27.02.2020 / Athanassios Kaliudis

Sein Versäumnis machte Lasererfinder Gould reich

Der Physiker Gordon Gould versäumt es, 1957 seine Laseridee zu veröffentlichen. Dieser Fehler macht ihn dreißig Jahre später zu einem reichen Mann.

Als Gordon Gould im Oktober 1957 den Hörer auflegt, weiß er, dass er nicht mehr viel Zeit hat. Angerufen hat Charles Townes, Erfinder des Masers und Goulds Kollege am Physikinstitut der Columbia University, um sich nach Goulds Fortschritten an der Thallium-Lampe zu erkundigen. Gould ist klar: Townes ist, wie er selbst, drauf und dran, den Laser zu erfinden. In den folgenden Wochen schreibt Gould hektisch sein Notizbuch voll. Hundert Seiten darüber, wie man einen Laser bauen könnte. Am 16. November 1957 trägt er das Büchlein zu einem befreundeten Süßwarenhändler – im Nebenberuf Notar – und lässt es sich beurkunden. Er bereitet jedoch keine Veröffentlichung in einem Fachjournal vor – das ist sein Fehler. Denn genau das machen 1958 Townes und Arthur Schawlow.

Der Ruhm für Gould ist weg. Und das Geld auch

Townes und Schawlow melden den Laser zum Patent an. Auch das hat Gould verpasst, weil er irrtümlich annimmt, dass er den Laser dazu hätte funktionsfähig bauen müssen. Dies gelingt erst Theodore Maiman 1960. Jetzt zieht Gould vor Gericht und will beweisen, dass er den Laser erfunden hat. Aber: Er verliert den Prozess 1965. Gould lässt nicht locker, macht weiter und probiert etwas anderes: Statt den ganzen Laser für sich zu beanspruchen, will er nur noch die Patente für den optisch gepumpten Laserverstärker und für zig Applikationen – praktisch für die gesamte Lasermaterialbearbeitung. Er kämpft! 1977 und 1979 geben ihm die Richter schließlich Recht. Die inzwischen zahllosen Laserhersteller verweigern jedoch die Zahlung der Lizenzgebühren. Gould zerrt einen nach dem anderen vor Gericht und setzt 1987 seine Ansprüche endgültig durch.

Gould hat das Geld

Hätte Gould seine Laseridee 1957 patentieren lassen, sie hätte ihm nicht viel eingebracht. Denn in den folgenden 17 Jahren – so lange hielt damals ein US-Patent – wurden weder besonders viele Laser gebaut noch verkauft. Doch so hielt Gould seine Patente in den 1980ern und 90ern, mitten im ersten Boom der industriellen Lasermaterialbearbeitung – und wurde reich. Townes, Schawlow und Maiman haben den Ruhm. Gould hat das Geld.

Gordon Gould
Gordon Gould

Gordon Gould (1930 – 2005) ist ein amerikanischer Physiker. Bekannt wurde er durch seinen 30-jährigen Kampf mit dem amerikanischen Patentamt, in dem er die Patente für zahlreiche Laserapplikationen erstritt. 1991 wurde er in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen – eine Ehre, die nur Patentinhabern bahnbrechender Technologien gebührt. Das Bild zeigt ihn bei seinem Sieg vor Gericht.

27.02.2020
Athanassios Kaliudis Pressesprecher TRUMPF Lasertechnik

TRUMPF Media Relations, Corporate Communications

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