Der Morgen beginnt für Katrin Schimscha jeden Tag gleich: Mit einem Frühstück bei Oma Hedwig. Die ist bereits seit sechs Uhr wach und sorgt dafür, dass nicht nur Katrin, sondern auch ihr Bruder, Vater, Onkel, Cousine und Cousin gut gestärkt in den Tag starten. Drei Generationen, ein Familienfrühstück – und gleichzeitig auch ein strategisches Geschäftsessen. Denn in Hedwig Schimschas guter Stube sitzt jeden Morgen die versammelte Geschäftsführung der Schimscha GmbH, plus die Unternehmensnachfolge bei grünem Tee und Marmeladenbrot zusammen. „Bei meiner Oma findet das erste Shopfloor-Meeting des Tags statt. Auch zum gemeinsamen Mittagessen versammeln wir uns dort wieder“, sagt Katrin Schimscha und lacht. „Der große Tisch ist fester Treffpunkt für Austausch, Abstimmungen und strategische Entscheidungen.“
Die Schimscha GmbH fertigt im baden-württembergischen Ravenstein Schaltschränke, Leergehäuse, Pulte und Maschinengestelle nach individuellen Anforderungen. „Wir entwickeln mit unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen. Bei uns gibt es nichts von der Stange“, erklärt Katrin Schimscha. Während viele Unternehmen aktuell wirtschaftlich kämpfen, ist Schimscha gut ausgelastet. „Da wir nur Sonderlösungen sowohl aus Edelstahl, Stahlblech und Aluminium anbieten, sind wir wirtschaftlichen Schwankungen gegenüber deutlich resilienter. Außerdem sind wir breit aufgestellt und verkaufen unsere Produkte in unterschiedliche Branchen, unter anderem in den Lebensmittel- und Pharma-Bereich, erneuerbare Energien oder Automatisierungstechnik. Das macht uns unabhängiger“, sagt Katrin Schimscha.
Neue Ideen, frischer Wind
Familiär, perfektionistisch und bodenständig: so beschreibt sie das Unternehmen mit seiner 130-jährigen Geschichte. Der Ein-Mann-Betrieb von einst ist heute ein erfolgreicher Mittelständler, der 170 Mitarbeiter beschäftigt. Mit der 29-jährigen Katrin Schimscha, ihrem Bruder Dominik, ihrem Cousin Jan und seiner Schwester Lilli-Sophie steht nun die fünfte Schimscha-Generation in den Startlöchern – und bringt frischen Wind ins Unternehmen. Dass alle als Familie für das Unternehmen an einem Strang ziehen, sei dabei wesentlich, sagt Katrin Schimscha. Für ihren Vater Michael und Onkel Johannes bedeute das, bewusst loszulassen und dem Nachwuchs Freiräume zu geben, um mutig Dinge auszuprobieren. Für die Kinder wiederum heiße das, dieses Vertrauen anzunehmen, die gewachsene Tradition wertzuschätzen und das Unternehmen zugleich mit neuen Ideen weiterzuentwickeln.
Hightech und Bewährtes
Diese Einstellung spiegelt sich auch in der Investitionsstrategie wider: Um zukunftsfähig zu bleiben, investiert das Unternehmen kontinuierlich – auch wenn die gesamtwirtschaftliche Lage mal nicht so rosig aussieht. „Nur durch moderne Technologien und Strukturen können wir uns kontinuierlich verbessern und unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern“, ist Katrin Schimscha überzeugt. „Als Familienunternehmen denken wir nicht in Quartalen, sondern in Generationen.“ Hightech kombiniert mit Bewährtem. Das gilt auch für neue Maschinen. Die kauft das Unternehmen ausnahmslos bei TRUMPF – schon immer. „Mein 86-jähriger Großvater schwärmt noch von den guten alten Zeiten mit dem Handnibbler von TRUMPF. Wenn ich dagegen heute die hochmodernen TruMatic Stanz-Laser-Maschinen bei uns sehe, mit der wir umformen, Gewinde schneiden, stanzen, lasern, dann ist das für uns im Sonderbau ein riesiger Wettbewerbsvorteil. Das sind Technologien, von denen mein Ururgroßvater vor 130 Jahren nur träumen konnte.“ Das Bündeln der Arbeitsschritte reduziert die Durchlaufzeiten, erhöht die Produktivität und ermöglicht es Schimscha, gerade im Sondergehäusebau mit häufig wechselnden Aufträgen, individuelle Kundenanforderungen wirtschaftlich abzubilden.
Neben zwei TruMatic 7000 und einer TruMatic 6000 gehören mittlerweile eine automatisierte Biegezelle TruBend Cell 5000 sowie eine automatisierte Laserschweißanlage TruLaser Robot 5020 zum Maschinenpark. Außerdem hat Schimscha zahlreiche TRUMPF Biegemaschinen im Einsatz, darunter drei TruBend 5230 mit automatischem Werkzeugwechsler ToolMaster Pro.
Automatisierung zählt für den Familienbetrieb insbesondere bei größeren Stückzahlen. „Ohne automatisierte Prozesse durch Abkant- oder Schweißroboter wäre eine wirtschaftliche Produktion im Hochlohnland Deutschland in vielen Bereichen kaum noch möglich. Sie machen unsere Prozesse zudem stabiler und planbarer“, betont Katrin Schimscha. Beim Biegen reduziert das Unternehmen seine Rüstzeiten unter anderem durch den Einsatz des ToolMaster. Diesen haben die Schimscha-Experten im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft gemeinsam mit TRUMPF optimiert. Für Schimscha ein wichtiger Baustein: Schimscha setzt bewusst auf zwei Fertigungswege: automatisierte Prozesse für größere Stückzahlen und manuelle Fertigung für individuelle Lösungen bis hin zur Losgröße 1. So verbindet das Unternehmen Effizienz mit der Flexibilität, die der Sondergehäusebau erfordert.
Erfolgsrezept: Zusammenhalt
Die Qualität spielt für Familie Schimscha schon bei der Wahl der Maschinen eine entscheidende Rolle. Schließlich sei die eingesetzte Technologie die Grundlage für die eigene Produktqualität: „Wir liefern Qualität ‚Made in Baden-Württemberg‘. Diesen Anspruch müssen auch die Maschinen erfüllen. Dabei geht es nicht nur um die Anlage selbst, sondern um das Gesamtpaket: Werkzeuge, Prozesssicherheit, Servicequalität und schnelle Unterstützung bei Problemen. Darum ist TRUMPF für uns der richtige Partner, mit dem wir an der Seite über viele Jahre gewachsen sind – ganz nach unserem Motto: Wer rastet, der rostet!“
Gefragt nach dem Erfolgsrezept hinter diesem Wachstum, sagt sie: „Unser Zusammenhalt und die Schaffer-Mentalität! Bei Schimscha sind wir ein super Team, arbeiten eng zusammen und ziehen an einem Strang.“ Und natürlich die 85-jährige Seniorchefin alias „Oma Hedwig“ als Geheimzutat. Die versorgt die Familie übrigens nicht nur mit Essen, sondern backt für Kundenbesuche manchmal auch einen Kuchen. Und am Abend dreht sie noch einmal ihre Runde über das rund 23.000 Quadratmeter große Firmengelände, schließt die Werkstore ab und macht das Licht aus.










